Snapchat für Unternehmen: So legt man los

Snapchat wird immer bedeutender – nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hochschule Düsseldorf und der Agentur Whylder besagt, dass knapp die Hälfte aller Befragten bereits Sponsored Lenses benutzt, und knapp ein Drittel Gesponserte Geofilter. Das Beste daran für die Marketeers unter uns: Die Werbeformen werden nicht als störend empfunden – sagen zumindest 85 Prozent.

Die Chancen von Snapchat liegen auf der Hand:

  • Innovatives Medium: Obwohl Snapchat schon 2011 gegründet wurde, ist das Netzwerk erst in den letzten beiden Jahren in Deutschland so richtig populär geworden. Derzeit ist es wohl das innovativste Social Network am Markt, auf dem sich Marken positionieren können.
  • Neue Zielgruppen erreichen: Viele Zielgruppen, insbesondere das ganz junge Publikum, sind kaum noch auf Facebook & Co. anzutreffen. Möchte man sie als Unternehmen erreichen, muss man dahin gehen, wo sie sich bewegen – und da liegt Snapchat ganz vorne.
  • Ausprobieren und experimentieren: Snapchat macht Spaß. Aufgrund vieler Limitierungen in der App auf der einen Seite und vielen neuen Optionen auf der anderen Seite, muss man experimentell werden. Man kann und muss sehr viel ausprobieren und kann sich kreativ austoben. Das Publikum dankt es.
  • Schnelligkeit vor Perfektionismus: Snapchat ist ein schnelles Medium – Echtzeit geht vor und hat mehr Bedeutung als beispielsweise die ganzen perfekten Hochglanzbilder auf Instagram. Es muss nicht perfekt sein, kleine Fehler werden verziehen und man punktet mit Authentizität.
  • Testen für andere Kanäle: Inhalte sind auf Snapchat nach 24 Stunden wieder verschwunden. Daher eignet sich der Kanal wunderbar, um neue Inhalte oder Produkte zu testen. Es ist derzeit eines der vergänglichsten Medien und kann das zum Vorteil genutzt werden.
  • Mehr Persönlichkeit zeigen: Auf Snapchat geht es um Geschichten. Man kann durch die Videofunktion Personen im Unternehmen sehr schnell eine Stimme und dem Unternehmen damit ein Gesicht geben.
  • Direkter Feedback-Kanal: Snapchatter sind meist kommunikative Menschen und geben gerne Feedback. Als Unternehmen kann man durchaus fragen, wie die Zuschauer die eigenen Stories finden und bekommt sicherlich Feedback dafür.
  • Inhalte für wenig Budget: Wie schon gesagt, muss es bei Snapchat nicht perfekt, sondern kreativ sein. Videoinhalte lassen sich daher mit einem – vergleichsweise – geringes Budget produzieren. Es braucht lediglich ein Smartphone, ausreichendes Datenvolumen, die App und gute Ideen.

Snapnwalk Chancen von Snapchat.png

 

Fazit: Snapchat birgt großes Potenzial und das Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall. Natürlich sollte man sich dennoch im Vorfeld die Frage stellen „Was will ich mit Snapchat erreichen?“ Die konkrete Zielsetzung sowie die vorhandene Manpower müssen geklärt sein, bevor man Arbeit in Snapchat steckt.

Wie lege ich als Unternehmen los?

  • Technik: Smartphone, App & Datenvolumen – Wie oben schon beschrieben, braucht man nicht viel, um mit Snapchat zu starten. Wichtig ist ein gutes Smartphone, die App und natürlich viiiiel Datenvolumen. Wer schonmal Snapchat mobil benutzt hat bzw. unterwegs Snaps schaut, weiß, wovon wir sprechen 😉
  • Andere Stories anschauen: Es ist immer gut, erst einmal zu schauen, was die anderen machen. So bekommt man ein gutes Gefühl für die App und die Gepflogenheiten des Netzwerks. Außerdem kann man sich jede Menge Inspirationen für eigene Snap-Stories holen.
  • Vernetzen (Community, Snapcode): Natürlich hat man am Anfang nicht auf einmal eine riesige Zahl an Followern. Es sei denn, man heißt vielleicht Coca Cola oder Justin Bieber. Daher ist es wichtig, dass man sich anfangs ein gutes Netzwerk innerhalb von Snapchat aufbaut, indem man diversen Accounts folgt und mit ihnen in Kontakt tritt. Aber auch außerhalb von Snapchat sollte man für seinen eigenen Account werben, z. B. indem man seinen Snapcode sowie die URL auf der eigenen Webseite sowie über die anderen Social Media-Präsenzen verbreitet. Sticker mit dem eigenen Snapcode sind auch ein schönes Give-Away.
  • Geschichten im Unternehmen sammeln: Viele Firmen fragen sich, was sie überhaupt für Geschichten auf Snapchat erzählen sollen. Unsere Empfehlung: Bloß nicht langweilig und bloß nicht werblich! Fragt doch einfach mal im Unternehmen rum, was die Mitarbeiter und die Chefs so zu erzählen haben. Welche witzigen Geschichten gibt es vielleicht aus der Vergangenheit, welche Gewohnheiten gibt es und auf welchen Events ist die Firma vielleicht bald präsent, die man mit Snapchat begleiten könnte?
  • Kommunikations-Guidelines festlegen: Wie bei jeder Social Media-Strategie sollte auch bei der Einführung von Snapchat im Unternehmen klar geregelt sein, über was berichtet werden darf und was besser nicht in den Stories auftauchen sollte. Dies ist insbesondere hilfreich, wenn sogenannte „Snapchat Takeovers“ mit verschiedenen Mitarbeitern durchgeführt werden (siehe nächster Punkt).
  • Interessierte Mitarbeiter gewinnen: Macht Eure Mitarbeiter neugierig auf Snapchat. Zeigt Ihnen die App und präsentiert ihnen schöne Fallbeispiele. Oder nehmt sie mal mit zu einem Snap’n’Walk 😉 So gewinnt Ihr am ehesten Mitstreiter für Euer Thema. Habt Ihr erstmal ein paar Kollegen gefunden, die Interesse zeigen, dann könnt Ihr beispielsweise Interviews mit ihnen machen oder Ihr gebt Ihnen sogar für eine gewisse Zeit (meist 1 Tag) den Unternehmens-Snapchat-Account, sodass sie aus ihrer Perspektive berichten können.
  • Testen und auf Feedback hören: Wenn Ihr ein paar spannende Geschichten, interessierte Mitarbeiter und/oder kreative Ideen gesammelt habt, dann wartet nicht lange und fangt an. Rein ins kalte Wasser und lossnappen. Am Anfang fühlt es sich vielleicht noch ein bisschen komisch an, weil es ja nicht perfekt ist. Aber das Schöne an Snapchat ist, dass Ihr Eure Zuschauer immer direkt nach Feedback fragen könnt. Und in den Statistiken Eurer Story seht Ihr auch, ob und wann die Leute abspringen und könnt Eure Inhalte entsprechend verbessern.
  • Spaß haben 👻: Ganz wichtig – habt Spaß bei der Sache! Das merken Eure Zuschauer. Und wenn Ihr mit Leidenschaft dabei seid, dann sind sie es auch. Bei keinem anderen Social Media-Netzwerk kann man aktuell so kreativ sein wie bei Snapchat. Und das sollte man doch ausnutzen, oder?

Snapnwalk Snapchat Unternehmen loslegen.png

 

Wir hoffen, mit diesem Blogpost Unternehmen – v.a. auch kleineren Unternehmen und Verbänden – ein bisschen die Angst vor Snapchat genommen zu haben. In Kürze veröffentlichen wir auch noch einen Beitrag mit unseren Lieblings-Snap-Accounts vom letzten Jahr. Darin findet Ihr bestimmt noch ein paar schöne Fallbeispiele, von denen Ihr Euch Anregungen holen könnt.

Falls Ihr als Unternehmen schon selber mit Snapchat experimentiert habt, freuen wir uns sehr über einen Erfahrungsaustausch in den Kommentaren.

 

Beitragsbild: Alexas_Fotos (Creative Commons)

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